Fleischfrauen

Was ist der Mensch? Produkt oder Produzent?
Mehr denn je steht für mich diese Frage im Vordergrund. Angesichts einer wachsenden, auch geförderten Entfremdung des Menschen von sich selbst wird diese noch verstärkt durch die Medien, welche ein erbärmliches Bild vom ihm wiedergeben: manipulierbar (Castingshows), körperlich unzulänglich (Schönheitsoperationen), seine Ersetzbarkeit (Massenentlassungen).
Kurz: Man begegnet ihm mit immer weniger Respekt.

Mai 2010

Als Künstler sehe ich mich in der Pflicht, mich mit diesem Thema auseinanderzusetzen.
Meine Mittel: die Verdichtung von Clischés
Meine Sprache: die der Ironie.
Mein Ansinnen: Brüche aufzuzeigen, einen Dialog zwischen Betrachter und Betrachtetem anzustimmen.

Das Material ist Konzept. Inspiriert durch den Spruch: Man ist, was man isst, bin ich einen Schritt weitergegangen und habe mir das Material vorgenommen, das dabei übrigbleibt: Original-Fleischerpapier. Durch eine reine Schnür- und Knottechnik sind so mittels von ein paar Leisten und viel zerknülltem Papier 3 Fleischfrauen in Lebensgröße entstanden. Die Veränderbarkeit des Materials ist Teil der Konzeptidee. Mittlerweile sind die Figuren vier Jahre alt, wobei ihr Altern etwas sehr Organisches, Sinnliches vermittelt.